Verloren im Orbit – Nordkoreas Satellit

Verloren im Orbit – Nordkoreas Satellit

Spekulationen

Der Start des ersten nordkoreanischen Satelliten ins Weltall wurde als großer technologischer Sieg gefeiert. Nun stellte sich heraus, dass das Ziel stark verfehlt wurde. Statt als Erdbeobachtungssatellit in dem Orbit Bilder zu übertragen, treibt er laut Astronomen ohne stabile Flugbahn im All herum. Da er kein Signal zurückgibt, sei er angeblich kaputt, spekuliert McDowell von der Harvard University. Dass die Helligkeit des Satelliten laut anderen Astronomen in einem regelmässigen Zyklus schwankt, deutet darauf hin, dass er sich höchstwahrscheinlich taumelnd um die Erde fortbewegt.

Jahrelange Weltraumreise

Auch andere Astronomen haben den Satellit beobachtet und kein Signal erhalten: Robert Christy schliesst jedoch nicht aus, dass noch ein Signal empfangen werden könnte.

In etwa 505 Kilometern Höhe umrundet „Kwangmyongsong-3“, so der Name des Satelliten, die Erde. In dieser Höhe sei es jedoch schwierig, zu berechnen, wie lang sich der Trabant noch im Weltall aufhalten wird. Einige Jahre sind jedoch nicht auszuschließen. Auch eine Stabilisierung durch die nordkoreanischen Ingenieure sei möglich.

Die Trümmer der Trägerrakete wurden von der südkoreanischen Marine aus dem Meer gefischt. Ein Treibstofftank mit vier Öffnungen an der Unterseite ist das größte geborgene Teil der Rakete und liefert wichtige Informationen.

Vier Löcher geben Hinweise

Die Unha-3-Trägerrakete besteht in der ersten Stufe aus 4 Triebwerken, welche von der Mittelstreckenrakete stammen. Diese wurde in den 80er Jahren entwickelt und basiert auf der älteren Scud-Rakete. Im Westen wird vermutet, dass die Unterstufe der Unha-3 von den Nordkoreanern verändert wurde.

Raketenfachmann Markus Schiller ist der Meinung, dass die Versorgung der vier Nodong-Motoren über eine Turbopumpe mit Treibstoff eine Verbesserung wäre. So würden alle Triebwerke einen gleichmäßigen Schub liefern können.

Die vier Löcher jedoch zeigen, dass die Koreaner diesen Schritt ausgelassen haben. Auch mit Kritik sparen westliche Raketeningenieure kaum. Alles sähe aus, wie Marke Eigenbau, wirke zusammengeschustert und schlampig verarbeitet. Exakte Aussagen über die Zusammensetzung der Unha-3 können jedoch erst getroffen werden, wenn die restlichen Trümmerteile analysiert wurden.

Eine ganz andere Sicht verfolgt dabei Nordkorea. In einem staatlichen Agenturbericht wurde ein Wissenschaftler zitiert, der beschreibt, dass der Satellit einwandfrei und fehlerlos funktionieren würde und sogar schon Lieder aus dem All zur Erde sendet.